
Novitas BKK
Street-Aktivierung
An fünf Sommertagen waren wir für die Novitas BKK in Duisburg, Oberhausen und Essen unterwegs, mit Springseilen, einer Yogamatte und der Einladung, zwei Minuten lang etwas für sich zu tun. Keine Belehrung, kein Leistungsdruck, sondern ein kleiner Bewegungsimpuls im Vorbeigehen. Das Ergebnis: rund 10.900 erreichte Menschen, 7.700 aktive Interaktionen und über 200 gemeinsam durchgeführte Übungen mitten im öffentlichen Raum.

Bewegungsmangel ist eines der größten Gesundheitsthemen überhaupt, und eines der am schlechtesten kommunizierbaren. Jeder weiß, dass er sich mehr bewegen sollte. Genau deshalb erreicht klassische Präventionskommunikation so wenig: Sie sagt Menschen etwas, das sie längst wissen, und erzeugt dabei vor allem eines: schlechtes Gewissen. Für die Novitas BKK stellte sich die Frage anders: Wie wird aus einem Thema, bei dem alle abschalten, ein Moment, an den man sich erinnert? Und wie tritt eine Krankenkasse auf, ohne zu belehren?
Das Format folgte einem Leitgedanken, der die ganze Aktion trägt: Wir helfen Menschen nicht dabei, perfekt zu werden, wir helfen ihnen dabei, wieder anzufangen. Genau deshalb standen nicht Leistung und Zahlen im Mittelpunkt, sondern ein positiver Kontaktmoment. Die Promoter sprachen Passantinnen und Passanten offen an, kamen über Bewegung ins Gespräch und boten an, gemeinsam eine einfache Übung zu machen. Zwei Minuten, mehr nicht.
Die Mechanik war als Kette aufgebaut, in der jedes Element das nächste öffnet. Die Ansprache über Bewegung ist der Türöffner und bringt zutage, was Menschen wirklich hemmt. Der Übungsflyer gibt eine niedrigschwellige Starthilfe für zuhause. Die gemeinsame Übung macht aus Werbung einen aktiven Kontakt, man erlebt den kleinen Erfolg sofort. Die Motivations-Wallet-Card wird selbst ausgefüllt: ein persönliches Versprechen an sich selbst, das im Portemonnaie im Alltag erinnert. Und das Springseil zum Schluss ist Belohnung und Reminder zugleich, es bleibt sichtbar zuhause liegen und erinnert weiter an Bewegung, lange nach dem Aktionstag.
Die Orte waren bewusst gewählt: Parks, Seen und Grünflächen, dazu die belebten Innenstadtlagen, dort, wo Menschen ohnehin draußen und in entspannter Stimmung sind. Ein BikePoster im Novitas-Design sorgte unterwegs für Sichtbarkeit weit über die Aktionsfläche hinaus. Die Teams bewegten sich flexibel zwischen den Touchpoints, statt an einer Stelle zu warten.
Bemerkenswert ist die Konstanz: Über fünf Aktionstage, drei Städte und sehr unterschiedliche Orte hinweg blieb die Interaktionsquote nahezu unverändert bei rund 70 Prozent. Das Format funktioniert nicht wegen eines guten Tages, sondern weil die Mechanik trägt.
Sieben von zehn angesprochenen Menschen sind stehen geblieben. Bei einem Thema, bei dem die meisten Kampagnen mit Ignoranz rechnen müssen, ist das die eigentliche Leistung, und sie hat einen Grund: Die Aktion hat nichts gefordert. Sie hat etwas angeboten, das sofort guttut und zwei Minuten dauert.
Dahinter steht eine Dramaturgie, die über den Moment hinausreicht. Die gemeinsame Übung erzeugt ein Erfolgserlebnis im Hier und Jetzt. Die selbst ausgefüllte Wallet-Card verwandelt dieses Erlebnis in ein Versprechen an sich selbst, nicht an die Krankenkasse. Und das Springseil geht mit nach Hause, wo es sichtbar liegen bleibt und weiter erinnert. Aus einem Straßenkontakt von zwei Minuten wird ein Gegenstand, der wochenlang im Alltag präsent ist.
Genau das kann kein anderes Medium: Kein Plakat lässt Menschen mitmachen, kein Spot hört ihnen zu, und keine Anzeige liegt am nächsten Morgen noch im Flur. Für eine Krankenkasse, die als nahbar und fürsorglich wahrgenommen werden will, ist das der direkteste Weg: Fürsorge wird nicht behauptet, sondern erlebt.
„Man redet immer über Gesundheit, aber hier macht man einfach kurz etwas. Das bleibt eher hängen.“ (Teilnehmer der Aktion)
„Ich find's cool, dass novitas Gesundheit nicht nur auf ein Plakat schreibt, sondern hier wirklich den Leuten zuhört.“ (Teilnehmerin der Aktion)











